Deutsche Politiker warnen vor Aktien
Klasse, wenn schon die angebliche “Elite” des Landes unsere Bürger vor der Kapitalanlage in Aktien und bösen Zertifikaten warnt. Die Rente ist ja auch so sicher und üppig, dass im Ruhestand unser Einzug ins Schlaraffenland quasi vorprogrammiert ist!
Eine derartige Hetzrunde gab es gestern Abend mal wieder bei Johannes B. Kerner zu sehen, wo unser hochverdienter Deutschlehrer und Finanzlaie Finanzminister Hans Eichel den Deutschen allen Ernstes ein Sparkonto als NonplusUltra der Kapitalanlage verkaufen wollte. Wie solche Aussagen, gerade jetzt, der deutschen Aktionärskultur schaden können, durchblickt der gute Mann wahrscheinlich gar nicht. Die Deutschen gehören schon per se nicht zu den risikofreudigsten Zeitgenossen, die Aktionärsquote ist auch ohne Eichels Tagesgeld-Lobhudelei schon seit Jahren am sinken.
Im übrigen ist auch Eichel zu seiner Dienstzeit (und vermutlich auch noch heute) überall mit einem prunkvollen Dienstwagen vorgefahren – natürlich deutsche Wertarbeit. Vielleicht dürfen ja zukünftige Nachfolger auf Eichels Posten (Wie wäre es mit Claudia Roth? Germanisten hatten wir ja schon, jetzt wäre es Zeit für etwas Theater!) mit einem Daimler made in China vorfahren? Wundern dürfen wir uns nicht, wenn in unserem Land den eigenen Bürgern geraten wird, nicht in die eigene Wirtschaft zu investieren. Ausländische Investoren greifen gerne zu günstigsten Preisen zu!
Dazu führt nämlich ein Altersvorsorge-Konzept, was schon unter den alten Germanen vor lauter Dummheit Fehlern zu einer neuerlichen Götterdämmerung geführt hätte: Rente + Tagesgeld – warum ist eigentlich Norbert Blüm damals noch nicht darauf gekommen?
Schlagworte: Aktien, Aktionärskultur, Eichel

10. Oktober 2008 um 17:20 Uhr
Da fällt mir André Kostolany ein: Wer gut essen will, kauft Aktien, wer gut schlafen will, kauft Anleihen.
Es ist schwierig in den aktuellen Zeiten für Aktien zu sprechen aber gerade jetzt gilt das auf jede Baisse auch wieder eine Aufwärtsphase folgt und wer jetzt aussteigt verliert. Bei den meisten ist das Kind schon in den Brunnen gefallen, soll das Kind jetzt deshalb vom schönen Meer fernbleiben?
Daher findet das meine volle Zustimmung.
Ledigtlich bei Zertifikaten ist eine Warnung angebracht – wenn auch in anderer Form. Anleger müssen viel mehr auf das Emittentenrisiko schauen. Ich wäre derzeit sehr vorsichtig was Zertifikate angeht.
Aber wenn denn jemand die Öffentlichkeit warnen will dann am besten vor Entscheidungen in Panik und vor Unfug (wie niedrigverzinsten Geldanlagen und Gold etc zur jetzigen Zeit).